Geldkreisläufe
Die Geldumlaufzahl gibt an, wie oft die verfügbare Geldmenge im Jahr umläuft. Sie wird von der Notenbank gebraucht.
Hier ist etwas anderes gemeint: Der volkswirtschaftliche Geldkreislauf, von Unternehmen über private Haushalte zurück in Unternehmen.
Die Summe ist definiert durch die Unternehmenseinnahmen minus Vorleistungen, minus Rücklagen, und wird Wertschöpfung genannt.
Vorleistungen sind im weitesten Sinne die Aufwendungen für die Produktion ohne Personalkosten. Das ist eine steuerfreie Zone und ein Hauptarbeitsgebiet der Finanzämter. Die suchen dort nach Ausgaben, die eigentlich steuerpflichtig sind: Private Nutzung von Betriebsleistungen, Kosten von Aufträgen, für die keine Einnahme gebucht ist , (gewerbliche Schwarzarbeit) und überhöhte Spesen (Lustreisen etc.).
Vorleistungen sind dadurch definiert, daß Geld nur zwischen Unternehmen zirkuliert. Sie sind auch in diesem System steuerfrei, weil sie in Unternehmen und somit potentiell steuerpflichtig bleiben. Um die damit zusammenhängenden Eigentumsfragen hat sich ohnehin kein Finanzamt gekümmert. Das sollten vielleicht die vielen Steuerberater tun, die durch dieses System arbeitslos werden. Vorleistungen stellen einen Nebenkreislauf dar, der die Summe des „Großen Kreislaufs“ nicht verändert.
In einer idealisierten Volkswirtschaft - ohne Inflation - machen Vorleistungen und Wertschöpfung jeweils die Hälfte der Unternehmenseinnahmen aus. Das heißt: Die Wertschöpfung reicht gerade aus, die Produktion zu gleichen Preisen zu kaufen und damit die Produktionskosten zu decken.
In diesem System sind die Ausgaben für Steuern im Unternehmens- und im Privatbereich gleich. Die Relationen werden also durch Steuern nicht verfälscht.
Investitionen sind den Vorleistungen ähnlich, mit dem Unterschied, daß die produzierten Güter nicht verkauft werden, sondern im Unternehmen bleiben.
Heute werden sie durch versteuertes Privatkapital und Kredite finanziert und später im Unternehmen noch einmal als Vermögenszuwachs besteuert.
In diesem System sind auch Direktinvestitionen aus den Unternehmenseinnahmen möglich. Durch die Gleichstellung mit Vorleistungen sind sie steuerfrei. In jedem Fall aber werden Eigentumsfragen berührt.
Warum diese Methode unschädlich für das Steueraufkommen ist und Abschreibungen nur noch handelsrechtliche Bedeutung haben, wird ausführlich im Kapitel „Gesamtrechnung“ besprochen.
Wertschöpfung ist dadurch definiert, daß Geld von Unternehmen an Privatpersonen fließt. Das sind Erwerbs- und Kapitaleinkommen, die ein Äquivalent der physikalischen Netto-Produktionsleistung sind.
Dieser Geldstrom wird personalisiert und an der ersten Steuerschleuse erfaßt. (personalisiert wird er heute auch)
Bevor der Strom in die Unternehmen zurück oder auch woanders hinfließt, kann er die Besitzer wechseln durch „privaten Leistungsaustausch“.
Das ist der zweite Nebenkreislauf. Auch hier wird die Summe des Großen Kreislaufs nicht verändert, darum ist es in diesem System überflüssig, Steuern zu erheben. Das wird heute ständig versucht, besonders wenn es um den Austausch von Arbeitsleistung gegen Bezahlung geht. (Es wird später deutlich werden, warum selbst das überflüssig ist und Arbeit volkommen frei sein kann.)
Die Philosphie, überall Steuern zu erheben, wo Geld den Besitzer wechselt, ist nicht nur obsolet, sondern unmöglich! Sie macht das Steuersystem nur noch ungerechter. weil nicht jeder „erwischt“ wird.
Es ist völlig egal, ob Person A oder B das Geld in den Kreislauf zurückleitet, aus dem es gekommen ist.
Den Idealzustand, daß Privatausgaben ausschließlich aus der Wertschöpfung der laufenden Periode bezahlt werden, gibt es nicht. Was erspart wird, wird in Kredite verwandelt und verteuert grundsätzlich alles. Ein Teil wird aus Sparguthaben verbraucht. Sogar Geld, das für Realvermögen ausgegeben wurde, kann durch Verpfändung noch einmal verwendet werden. Und schließlich entsteht Geldvermögen auch durch Glücksspiel und Kriminalität.
Für Inlandsausgaben nimmt der Staat heute wenigstens die Mehrwertsteuer ein, in diesem System werden sie voll besteuert. (s. Gesamtrechnung)
Steuern bilden keinen Nebenkreislauf, sondern einen Nebenstrom. Dadurch wird ein Teil des Geldes durch öffentliche Kassen geleitet, damit Aufgaben erfüllt werden können, die wir als Bürger nicht wahrnehmen können oder wollen. Der weitaus größte Teil davon fließt direkt in den Kreislauf zurück.
Unternehmenskassen sind sozusagen die Datumsgrenze, an der der Kreislauf beginnt und endet.
Am Eingang und Ausgang der Unternehmenskassen befinden sich die Steuerschleusen, die aus einer Software bestehen, die einen kleinen Pflichtkontenrahmen vor die Buchhaltung schaltet.
Die erste Steuerschleuse berechnet nach einem vereinfachten Verfahren aus der ausgeschütteten Wertschöpfung die Vorauszahlung.
Die zweite Steuerschleuse, die wie eine Registrierkasse sein wird, berechnet aus den Privatausgaben die individuelle Steuer und verrechnet die Vorauszahlung.
Damit ist der Kreislauf vollendet, der allein die Basis für die Gemeinsteuer ist.
An den Schleusen werden auch die Listen für das Finanzamt erstellt.
Das sind autmatisierte Vorgänge, die den Unternehmen viel Arbeit abnehmen und kilometerweise Akten bei den Finanzämtern ersetzen.
Der Freibetrag den jede natürliche Person hat, ist gleich einer halben Durchschnittsausgabe vermindert um die entsprechende Steuer und einen Pauschbetrag, der nur bei Erwerbstätigkeit gebraucht wird.
Niemand sollte unter diesem Freibetrag leben müssen, deshalb sollte er durch das Steueraufkommen gewährleistet sein.
1999 haben bei der untersten Gruppe (Zeile 14 der Gesamtrechnung)
ca. 72,5 Mrd. € gefehlt. Um das Geld aus den Steuern aufzubringen muß das Sozialbudget von ca.200 Mrd. € gründlich überholt und auch nachgesehen werden, was die Befreiung der Arbeit von allen Reglementierungen bringt.
1999 betrugen die Freibeträge für natürliche Personen 808,5 Mrd. €.
Weil ein Ziel dieses Systems eine einheitliche Steuerformel war, mußte der gleiche Betrag auch den Unternehmen als Freibetrag zur Verfügung stehen.
Bei der Erwerbsquote von 44,2 % entfallen somit auf jeden Erwerbstätigen 2,26 Feibeträge, die dem Unternehmen an steuerfreien Ausgaben für die Wertschöpfung zur Verfügung stehen. Da Unternehmen in diesem System keine echten „Unternehmenssteuern“, sondern nur eine Vorauszahlung leisten, macht sich das zwar nicht im Betriebsergebnis, wohl aber in der Liquidität bemerkbar. Die Konstruktion hat den Nebeneffekt, daß Beschäftigung gefördert wird, denn für jeden zusätzlichen Arbeitnehmer gewinnt das Unternehmen Liquidität.
Eine Steuerkarte für Alle ist der Auszug eines Kontos, das auf Lebenszeit beim Finanzamt geführt wird. Sie dokumentiert die kumulierten Werte der Ausgaben, Freibeträge und Steuern und den aktuellen Nettosteuersatz, der bei dem nächsten Einkauf auf den Nettopreis aufgeschlagen wird. Im Handel können nur noch Nettopreise angegeben werden, weil der Steuersatz der Kunden nicht bekannt ist.
An der zweiten Schleuse, die wie eine Registrierkasse sein wird, wird die Karte ausgelesen und die Steuer für die aktuelle Geldausgabe nach den kumulierten Daten berechnet. Für bargeldlose Zahlungen gilt das Verfahren sinngemäß. Durch eine Steuer-Ident-Nummer wird erkannt, ob ein Betrag steuerpflichtig ist. Die Karte ist interaktiv. Sie kann jederzeit mit dem Konto verbunden und aktualisiert werden. Auch normierte Quittungen können eingelesen werden, falls man ohne Steuerkarte einkauft.
Die Unternehmen übertragen ihre Daten täglich ans Finanzamt, wo die Konten bei Bedarf aktualisiert werden. Solche Prozeduren finden heute bei den Banken millionenfach statt. Da die Ident-Nummern bekannt sind, ist das kein Problem.
Bei Änderungen der Steuerformel läßt sich ein individueller Korrekturbetrag auf der Steuerkarte eintragen, damit es nicht zu Nachforderungen oder Erstattungen kommt. Die persönliche Steuerkarte jeder natürlichen Person enthält einen Freibetrag. Familien oder andere Steuergemeinschaften erhalten eine Gemeinschaftskarte, die das entsprechende, nachgeordnete Konto spiegelt. In der Regel ensteht durch solche Gemeinschaften wegen der anderen Personenzahl und unterschiedlicher Einkommen ein Steuerguthaben, das auf die beteiligten Karten der natürlichen Personen übertragen werden kann.
Die Steuerformel, die bei jedem Datensatz gebraucht wird, kann nur eine mathematische Funktion sein, die sich blitzschnell berechnen läßt.
Änderungen müssen sich an alle Terminals innerhalb kürzester Zeit übertragen lassen.
Der Steuerquotient „q“ ergibt sich aus der Division:
Steueraufkommen / Bemessungsgröße. { s/g }.
Die Bemessungsgröße „g“ ist: (b-f) k, Die Steuerformel: (b-f) k q.
„k“ ist der Progressionsfaktor, der mit der Sinusfunktion zusammenhängt.
Wenn man sich politisch einmal auf „k“ geeinigt hat, ist „q“ die einzige Größe, die das Steueraufkommen bestimmt.
Sie ist auch die einzige Schnittstelle der Politik zum Steuersystem. Die Erhöhung oder Verringerung von „q“ betrifft alle gleich, ohne die Proportionen zu verändern, auf die man sich geeinigt hat. Der Staat muß nicht mehr nach Gruppen suchen, die ggf. eine Steuererhöhung bezahlen sollen.
Willkürliche Eingriffe gibt es dann nicht mehr!
Das bedeutet auch, daß Staatsschulden abgeschafft sind, denn die sind wesentlich teurer, als die Änderung von „q“.
Auch Mehrausgaben des Staates sollten doch wohl aus der aktuellen nationalen Leistung bezahlt werden, statt von künftigen Generationen.
Bei den gegenwärtigen Schulden von 1.5 Billionen € bezahlen wir ja schon die Maßlosigkeit der letzten Generation! Wenn das so weitergeht, wird der Staat wieder eine Währungsreform mit Geldentwertung brauchen, um seine Schulden zu bezahlen. Was für ein Wahnsinn, den wir uns da gefallen lassen!
Fazit: Das relativistische System benutzt die heutigen technischen Möglichkeiten viel ausgiebiger, als heutige Steuersysteme. Die sind andererseits auch schon so abhängig davon, daß sie bei einem Zusammenbruch der gesamten Datenverarbeitung auch nicht mehr funktionieren würden.
Bei allem Automatismus des Systems ist das Ergebnis dennoch eine hundertprozentige Individualsteuer. Das ist mit keinem heutigen System möglich.
Die volkswirtschaftliche Leistung wird - stellvertretend für die physikalische Leistung - als der Geldbetrag angesehen, der für Güter und Leistungen in einem Jahr bezahlt worden ist.
Damit ist klar: Einkommen und Vermögensänderungen spielen keine Rolle.
Aus der Substanz können wir nicht lange leben und auch keine Steuern zahlen.
Ein Steuersystem sollte das eigentlich wissen und genau diesen Geldbetrag zur Basis machen. Der ist allerdings nicht konstant, darum ist es unredlich, wenn die Politik feste Zusagen für Jahre macht.
Im relativistischen Steuersystem gibt es das nicht, die Menschen müssen wissen, daß sie durch ihr Verhalten für die Höhe des Steuersatzes mitverantwortlich sind.
Die einfachen Regeln für die Steuerzahlung lauten:
Von Unternehmen an Privat: steuerpflichtig.
Von Privat an Unternehmen: steuerpflichtig.
Von Unternehmen an Unternehmen und von Privat an Privat: Steuerfrei!
